Die Entscheidung für das Projekt "Haus der Ärzteschaft" geht auf den Entschluss zurück, die vier Körperschaften der nordrheinischen Ärzteschaft an einem Ort zusammenzufassen. Das Architekturkonzept "Einheit in Vielfalt" der Düsseldorfer Architekten RKW ist komplex und simpel zugleich: Vier unterschiedlich hohe, L-förmige Baukörper sind so zueinander gruppiert, dass sie ein System von Innenhöfen umschließen. Diese transparent überdachten „Innen-Außen-Räume“ sind die eigentlichen Orte der Begegnung, der Kommunikation und der Repräsentanz.
LichtplanungEine frühzeitige Integration der Lichtplanung in den Planungsprozess war sowohl dem Bauherrn als auch dem Architekten wichtig. Die Beleuchtungslösungen umfassen alle Planungsbereiche von den Parkebenen der Untergeschosse über die Erschließungsbereiche, die Besprechungszonen und Büros, die Schulungs- und Konferenzräume, die Kalt- und Warmhallen, bis hin zu der Außendarstellung des Gebäudes und der Beleuchtung des Außenraums. Bei den verwendeten Systemen wurde teils auf Standardleuchten zurückgegriffen, teils wurden Sonderlösungen entwickelt. Siteco erhielt als Generallieferant der Beleuchtung die Gelegenheit, die volle Bandbreite der Produktpalette sowie die Flexibilität und Leistungsfähigkeit im Hinblick auf Lichtlösungen zu dokumentieren.
LichtkapitelleZum einen sollte die große repräsentative Halle eine energieeffiziente Allgemeinbeleuchtung erhalten. Zum anderen waren diverse, für bestimmte Anlässe abrufbare Lichtstimmungen zu generieren. Dabei wurden die Punkte, an denen die unregelmäßig angeordneten Betonsäulen an die Dachkonstruktion stoßen, zu Lichtkapitellen. Der Raum um die Säulen wurde nach unten mit einem Lichtgitter abgedeckt und nimmt ein System verschiedener Lichtquellen auf: HCI-Punktlichtquellen zur Akzentuierung des Säulenschaftes, asymmetrische Fluter für die zonale Ausleuchtung, Langfeldleuchten zur energieeffizienten Raumausleuch-tung sowie HCI-Richtstrahler zur Akzentuierung.
Beleuchtung für Büro und Kommunikation In den Büros findet sich eine aus zwei Komponenten bestehende Lösung. Eine tageslichtabhängig gesteuerte, direkt/indirekt strahlende Pendelleuchte liefert die Grundbeleuchtung der Zellenbüros. Für die zweite Komponente wurde eigens ein Beleuchtungssystem entwickelt, das außer in den Büros auch in den Konferenzräumen, im Casino, im Empfang sowie in den Erschließungsbereichen zum Einsatz kommt. Quasi per Knopfdruck lässt sich, entsprechend der Raumfunktion, die Optik dieser Leuchte ändern. Flächiges und punktuelles Licht wurde so variabel in ein System integriert.
Teilsatinierte sowie bedruckte Abschlussgläser in den Besprechungs- und Erschließungskernen lassen sich mit einem Handgriff gegen die in den Kombibereichen eingesetzten Spiegelraster-Einsätze austauschen. D.h. der Umbau von einer Flurleuchte (Dekorglas) in eine bildschirmarbeitsplatzgerechte Leuchte (BAP-Spielgelraster) oder umgekehrt ist jederzeit möglich, ohne daß die Leuchte selbst ausgetauscht werden muss. Damit herrschen optimale Voraussetzungen falls sich die Raumaufteilung im Laufe der Zeit ändert. Nicht zuletzt ist auch in den Hallenbereichen "Empfang" und "Casino" diese objektspezifische Sonderleuchte integriert - allerdings ergänzt um je zwei Glühlampen-Spots.
Seminarräume, Schulungsbereiche sowie WC-Räume erstrahlen im Licht der Lunis_E Downlights für Deckeneinbau. Monsun Feuchtraumleuchten zeigen ihr Können nicht nur bei der Allgemeinbeleuchtung der Hallenbereiche. Die Leuchten, die mit einer gespritzten Prismenwanne aus PMMA ausgestattet sind, werden zusätzlich in den Technikbereichen sowie in den Parkebenen eingesetzt. Fluter der Baureihe Sicompact Mini werden über ihren Einsatz in der Hallenbeleuchtung hinaus auch zur Ausleuchtung der Parkhaus-Zufahrten genutzt.
Mit diesem flexiblen Beleuchtungskonzept ist es gelungen, nicht nur den derzeitigen Anforderungen gerecht zu werden, es berücksichtigt darüber hinaus auch eventuelle künftige Änderungen in der Raumgestaltung.
Fotos: Ansgar M. van Treeck, Düsseldorf
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